SDCC 2013: Psych Panel

Aufgemerkt, die San Diego Comic Con 2013 ist in vollem Gange. Die audiovisuelle Verbreitung natürlich auch. In diesem Jahr kommt es einem nach noch mehr vor. Mehrere Livestreams, wie zum Beispiel von IGN oder Marvel, Wired schreibt einen Live-Blog von der Veranstaltung und das Psych Panel steht schon wenige Stunden nachdem es stattgefunden hat im Netz. Letztlich wird man sich vermutlich nur an die Ankündigung einer Musical-Episode erinnern, aber auch eine Harry Potter/London/Lock, Stock and Two Smoking Barrels Episode und eine selbst-referenzielle Remake-Episode werden für die achte Staffel versprochen.

Direktlink San Diego Comic Con 2013 Psych Pane

Der Lehrer, oder der Running Gag der deutschen Fernsehgeschichte

Welche deutsche Serie kann das schon von sich behaupten: Einen Comedy-Preis gewonnen, ohne das sie überhaupt im deutschen Fernsehen zu sehen war. Zwei Jahre später – gedreht wurde 2007 – werden dann tatsächlich ein paar Folgen gezeigt. Die letzte ist uns RTL aber bis heute eigentlich schuldig geblieben. Deren Premiere legte der Sender nämlich auf kurz vor fünf Uhr früh – nur drei Monate nach der Ausstrahlung der vorletzen Folge übrigens.

Seit ungefähr 2007 wird auch jedes Jahr wieder eine zweite Staffel angekündigt. Gerüchten zufolge wurden bereits neue Episoden abgedreht; im Sommer letztes Jahr. Eigentlich sollten diese schon im Programm 2012/13 ins Fernsehen kommen, es war aber offenbar kein Platz mehr. Schließlich hatte man schon ein Gruppe Frauen in der Wüste ausgesetzt und ein paar C-Promis hatten schon die Haare nass.

So wird also auch 2013 Der Lehrer aufs kommende Jahr vertröstet. Noch gibt es übrigens Hoffnung, dass die Serie mit Diana Amft tatsächlich ins Programm rutschen könnte. Letztes Jahr hieß diese noch Die neuen Abenteuer der alten Christine nach dem US-Vorbild. Jetzt wird die Serie mit dem Titel Christine. Perfekt war gestern! erneut versprochen. Sie soll wohl in Kombination mit einer anderen halbstündigen Sitcom Sekretärinnen – Überleben von 9 bis 5 gezeigt werden. Diese Serie wird aber auch schon im zweiten Jahre durch die Programmvorstellungen geschleift. Das liest sich alles wie eine eins-zu-eins Kopie der Präsentation vom letzten Jahr.

Naja, nicht ganz: Neu vorgestellt wurden Schmidt – Chaos auf Rezept und Der Knastarzt. Braucht man sich vermutlich nur zu merken, wenn man glaubt, dass es in fünf Jahren noch so etwas wie Fernsehen oder dem RTL gibt. Ich denke nicht. Jedenfalls nicht bei so einer Arbeitsmoral. (via DWDL)

Festivalsommer: Glastonbury 2013

Festival verbinde ich mit einem Begriff: Glastonbury. Das Über-Festival, gegen das die “Rock am Dingens” Veranstaltungen fast schon Kleinveranstaltungen von Taubenzüchtern sind. Man sagt dem Festival nach, dass man schon nach wenigen Stunden mehr Schlamm als Schuh trägt und das zwischen eins und hunderteins jedes Alter vertreten ist. Wenn man sich die Videoimpressionen ansieht erinnert einen das mehr an eine Kreuzung aus Zirkus mit Burning Man – alles andere erscheint nur noch wie ein Hipsterzeltlager mit Bier und lauter Musik im Vergleich.

Als vor 5 Jahren Jay-Z als erster Rapper als Headliner aufgetreten ist, sorgte das noch für einen großen Aufschrei – vielleicht auch nur im Kopf von Noel Gallagher. Doch wenn man sich die Entwicklung und die Breite und Weite der Künstler ansieht, ist klar, dass die Wandlung zum Zirkus erfolgen musste. Meine kleine Zusammenstellung (lachhafte 17 Stunden) von Mitschnitten aus 2013 zeigt das auch: Von Ambiente-Sound bis zum harten Elektro – oder wie sich das sonst grade nennt, was Diplo macht -, von Reggae über den Stadionrock der Rolling Stones bis zur Wiedervereinigung (“Wir waren nie weg!”) von Public Enemy, die Möglichkeit Altes wieder und Neues neu zu entdecken scheint mir nirgendwo sonst so groß zu sein. Einmal mehr, also, schaue ich in die Richtung in der ich meine, dass Brittanien liegt … einmal mehr wünschte ich mir, dabei gewesen zu sein.

Festivalsommer: Fusion 2013

Jeden Sommer das gleiche Dilemma: Festival und Veranstaltungen an jeder Ecke. Da man ohnehin alles verpasst, kann man gleich zuhause bleiben und sich mal knapp 60 Stunden nichts weiter vornehmen. Dann hätte man zum Beispiel Zeit, sich durch die gesammelten Mitschnitte des Fusion Festivals 2013 zu hören. Und dabei hat man noch nicht mal eine der Bands live spielen gehört, sondern nur eine kleine Auswahl der DJ Sets. Vom Erlebnis vor Ort hat man auch nichts mitgenommen, die Schuhe sind sauber und die Klamotten nicht durchnässt. Trotzdem fühlt man sich ein bisschen wie dabei, wenn man im Hintergrund die unfassbare Menge an Besuchern hört und sich vorzustellen versucht, wie da grade gefeiert wird, als gäbe es kein Morgen oder Gestern. Etwas zu verpassen, das gehört einfach auch zum Sommer. Und das sich erinnern, an die letzte Party. (via)

Filmfest München: Wasteland

Filmfest München heißt: Selbst wenn im Kino nebenan Only God Forgives läuft, ist bei einem kleinen Indiefilm zeitgleich jeder Platz besetzt. Zusätzlich werden dieses Jahr viele Filme gezeigt, die in Kürze auch regulär in die Multiplexe kommen werden. Neben dem neuen Nicolas Winding Refn Streifen läuft zum Beispiel auch der neue Danny Boyle Film Trance im Programm. Keine Schande also, den ein oder anderen Film links liegen zu lassen und sich eine britische Räuberpistole anzusehen. Obwohl man vielleicht Filme aussparen sollte, die wie Wasteland schon in der Ankündigung vollmundig vom “Regie-Wunderkind” oder einer “Kreuzung aus Oceans’s Eleven mit Die üblichen Verdächtigen” sprechen.

Glücklicherweise geht es dabei mehr um die Bilder, die man mit diesen Kassenschlagern assoziiert. Hauptperson Harvey sitzt nämlich in einem Polizeiverhör und erzählt die Geschichte davon, wie er vom lokalen Drogenboss Rauschgift untergeschoben bekommen hat und eingefahren ist. Die angestrebte Anwaltskarriere ist dahin, doch ein Angebot von einem ehemaligen Mitinsassen sich in einen Amsterdamer Coffee-Shop einzukaufen eröffnet Harvey neue Möglichkeiten. Das Geld für diese Zukunft will er sich logischerweise aus dem Safe des Drogenbosses abzwacken, wozu seine drei besten Kumpels und er einen komplexen Einbruch entwickeln. Doch ob der so erfolgversprechend ist, darf man angesichts der Tatsache, dass Harvey mit Blutergüssen im Gesicht in einem Verhörraum sitzt, stark anzweifeln. Außer natürlich das gehörte von Anfang an zu seinem Plan …

Bis kurz vor das Ende des Films bleiben wir, ganz Ocean’s Eleven, im Unklaren darüber, was der eigentliche Plan gewesen ist. Und erst wenn soviel offen gelassen wurde, dass auch der Letzte merkt, dass gleich die ganz große Wende kommt, lässt der Film alle Puzzlesteine richtig zusammen fallen.

Wegen der gehetzten Auflösung, aber auch weil der Film sich über die Laufzeit von 106 Minuten kaum eine Pause gönnt, ist er nicht das ganz große Erlebnis geworden. Zuweilen schwelgt der Film dazu unruhig zwischen Action, Drama und Albernheiten. Ganz so als hätte Autor und Regie-Neuentdeckung Rowan Athale noch nicht ganz seine Sprache gefunden. Nur am Tag vor dem großen Coup wird das Tempo gedrosselt und die vielleicht schönste Kulisse in Szene gesetzt. Obwohl Athale so jung sein soll, wirkt sein Stil ansonsten leider eher altbacken, zum Beispiel im Vergleich mit “Lock, stock and two smoking barrels”. Das Talent für komplexe Erzählungen scheint im Katalogtext mehr gewollt als tatsächlich vorhanden zu sein. Dazu fehlt die Detailverliebtheit, die Bildsprache und auch ein bisschen Chuzpe. Es fehlt die Prise Salz, oder besser die Chilli, mit der man sich über das festgeschriebene Regie-Rezept hinaustraut. Das Tröpfchen eines klitzekleinen offenen Endes bringt einfach nicht genug Wumms.

Großartig ist hingegen die Zusammenstellung seines Ensembles. Insbesondere Gerard Kearns brilliert in seiner Rolle als Charlie, das es fast ein bisschen schade ist, dass derzeit keine großen britischen Rollen zu besetzen sind. Er macht eine große Wandlung durch, darf so viele Fassaden seines schauspielerischen Könnens zeigen. Bereits am Anfang des Films mag man diesen Kerl, spätestens mit seiner Raucherstimme. Am Ende, wenn er den entscheidende Puzzlestein auslegt, hat man sich bereits seinen Namen auf den Hintern tätowiert. Dabei stand der Film Wasteland vor ein paar Tagen noch nicht einmal in seiner IMDb Präsenz. Der Film hat da aber zu stehen – vielleicht nicht unbedingt mit einer Bewertung von 7,0 -, aber er hat da zu stehen, wegen ihm.

xDests Juni 2013 Radio-Show

Was für ein seltsames Frühjahr war das denn? Und ich spreche erst mal nicht vom Wetter.

Jung und aufstrebend hat sich kürzlich OK Kid (okkidmusik.com) sogar bei Inas Nacht ins Gespräch gebracht. Dabei klang er dort nach einer krächzfreien Casper-Kopie, was nicht ganz gerecht ist. Diese Woche tritt demnach vermutlich Lary (larysays.com) auf. Die Experten streiten aber noch darüber, ob Bass damit im Mainstream angekommen ist, oder nicht.

Apropos Mainstream: Die Sportfreunde Stiller haben ein Album gemacht, auf dem im Grunde nur ein Song in mehreren Versionen enthalten ist. Kennt man diesen, kennt man irgendwie alle. Dem gegenüber steht das erste mal, dass ich Bandcamp Geld in ein Remix-Album investiert hab. NUMBE:RA Remixed (numbera.bandcamp.com) ist zwar überhaupt kein ausgewogenes Album, aber vielleicht gerade deshalb doch hörenswert.

XDest's Radio Show June 2013 by Hendrik Bauer on Mixcloud

Schlusswort: Sorry, dass da ein Song rein gekommen ist, den Skrillex auch gut findet.

Vorschau: Austra – Olympia