Festivalsommer: Glastonbury 2013

Festival verbinde ich mit einem Begriff: Glastonbury. Das Über-Festival, gegen das die “Rock am Dingens” Veranstaltungen fast schon Kleinveranstaltungen von Taubenzüchtern sind. Man sagt dem Festival nach, dass man schon nach wenigen Stunden mehr Schlamm als Schuh trägt und das zwischen eins und hunderteins jedes Alter vertreten ist. Wenn man sich die Videoimpressionen ansieht erinnert einen das mehr an eine Kreuzung aus Zirkus mit Burning Man – alles andere erscheint nur noch wie ein Hipsterzeltlager mit Bier und lauter Musik im Vergleich.

Als vor 5 Jahren Jay-Z als erster Rapper als Headliner aufgetreten ist, sorgte das noch für einen großen Aufschrei – vielleicht auch nur im Kopf von Noel Gallagher. Doch wenn man sich die Entwicklung und die Breite und Weite der Künstler ansieht, ist klar, dass die Wandlung zum Zirkus erfolgen musste. Meine kleine Zusammenstellung (lachhafte 17 Stunden) von Mitschnitten aus 2013 zeigt das auch: Von Ambiente-Sound bis zum harten Elektro – oder wie sich das sonst grade nennt, was Diplo macht -, von Reggae über den Stadionrock der Rolling Stones bis zur Wiedervereinigung (“Wir waren nie weg!”) von Public Enemy, die Möglichkeit Altes wieder und Neues neu zu entdecken scheint mir nirgendwo sonst so groß zu sein. Einmal mehr, also, schaue ich in die Richtung in der ich meine, dass Brittanien liegt … einmal mehr wünschte ich mir, dabei gewesen zu sein.

Festivalsommer: Fusion 2013

Jeden Sommer das gleiche Dilemma: Festival und Veranstaltungen an jeder Ecke. Da man ohnehin alles verpasst, kann man gleich zuhause bleiben und sich mal knapp 60 Stunden nichts weiter vornehmen. Dann hätte man zum Beispiel Zeit, sich durch die gesammelten Mitschnitte des Fusion Festivals 2013 zu hören. Und dabei hat man noch nicht mal eine der Bands live spielen gehört, sondern nur eine kleine Auswahl der DJ Sets. Vom Erlebnis vor Ort hat man auch nichts mitgenommen, die Schuhe sind sauber und die Klamotten nicht durchnässt. Trotzdem fühlt man sich ein bisschen wie dabei, wenn man im Hintergrund die unfassbare Menge an Besuchern hört und sich vorzustellen versucht, wie da grade gefeiert wird, als gäbe es kein Morgen oder Gestern. Etwas zu verpassen, das gehört einfach auch zum Sommer. Und das sich erinnern, an die letzte Party. (via)