"Hallo, Lost-Fans! Ich bin hier, guckt mal, guckt mal, guckt mal!". Keine Serie hat vor dem Start versucht sich bei den "Lost" Fans einzuschleimen wie "
Flash Forward". Das hat mit dem Start der Serie nur noch zugenommen. Ein Guy-Liner Charakter, ein Oceanic Air Plakat im Pilot,
Dominic Monaghan,
Sonya Walger (beide ehemals "Lost" Darsteller) - Ach ja, und eine Serie mit hohem Mystery-Anteil. Im Vorfeld hatte man bereits Befürchtungen gehört, dass die Qualität der Serie nicht mithalten kann. Seit der Comic-Con in San Diego, wo die Pilotfolge bereits gezeigt wurde, haben sich diese Gerüchte zwar zerschlagen, aber ganz konnte man seine Zweifel dann doch nicht zur Seite schieben.

Die Serie beginnt ganz klassisch mit einem Flash-Forward. Allerdings nur mit einem, der vier Stunden in die Zukunft blickt. Wir sehen den Zeitpunkt in dem sich ein ganz normaler Tag auf der Welt in eine globale Katastrophe wandelt. Alle Menschen haben in diesem Augenblick einen 2:17 Minuten Aussetzer, in dem alle einen Blick in die Zukunft erhaschen. Jeder Mensch erhält einen Ausblick auf zwei Minuten seines Lebens am 29. April 2010. Aber wie kam es zu diesem Massenphänomen. Und die Frage aller Fragen: Kann man die Zukunft, die man gesehen hat noch ändern, sofern sie negativ war oder hat man die Möglichkeit einen positiven Ausblick wahr zu machen mit dem Wissen darüber bereits zerstört?
Das klingt schon sehr nach Pathos und leider trieft es davon aus allen Ecken. Die Cast hat sich für meine Begriffe noch nicht richtig zusammen gefunden. Besonders die Hauptdarsteller Joseph Fiennes, Sonya Walger und John Cho fügen sich noch nicht ganz homogen in die Geschichte ein. Vielleicht wurde auch zu viel Aufmerksamkeit auf die Besetzung mit bekannten Gesichtern gelegt und zu wenig auf die Charakterentwicklung. Das Grundprinzip von J.J. Abrams Erfolgsserien ist immer unbekannte aber großartige Schauspieler zu finden, die aber eine richtig gute Geschichte beleben und nicht eine mittelmäßige Story mit weniger geeigneten Darstellern mit großem Namen für ein paar Wochen am Leben zu erhalten.
Für mein Gefühl ist mit diesem Pilot der 29. April noch keineswegs gesichert. Die Flash-Forward Geschichten sind alle relativ dünn und es sieht fast so aus, als haben wir ab nächster Woche eine typisch serialisierte Serie mit dem Flash-Forward der Woche und einem überspannendem Geheimnis, von dem immer mehr Teile ans Licht kommen. Bis es dann im nächsten Jahr zum großen Finale kommt. Ich kann mich zwar täuschen ... ich hoffe mich zu täuschen, aber noch hat mich diese Serie nicht gewonnen und es ist schwer vorstellbar, dass jemand schon jetzt von "Flash Forward" so angefixt ist, wie vom "Lost" Pilotfilm. Bei sowas liege ich letzter Zeit aber häufig falsch. Die
Einschaltquoten waren jedenfalls fantastisch.
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