
Bevor die erste Staffel der neuen J.J. Abrams Serie "
Fringe" in Amerika vollständig ausgestrahlt wird, startet die Serie bereits beim deutschen Sender Pro7. Der Einkauf der Pay-TV Rechte, der eine derart zeitnahe Ausstrahlung erst möglich macht, soll sich beim Münchner Sender aber auch rechnen. Wie jetzt vermeldet wurde, plant Pro7 die Serie um eine FBI Agentin, die sich am Rande der bekannten Wissenschaften herumtreibt, in der Prime Time um 20:15 Uhr zu zeigen. Wo kürzlich noch Zweifel über die Machbarkeit einer Ausstrahlung vor 22:00 Uhr gehegt wurden, manifestieren sich jetzt handfeste Bedenken.
Die Serie startet nämlich alles andere als langsam, wenn es um die Brutalität geht. Das Opening der Show endet damit, dass sich einem Co-Piloten der Kiefer auflöst und die Plörre, die einmal dessen Kopf war, wie Wachs an seinem Körper herunterläuft. Würde die Serie wirklich zur Prime Time ausgestrahlt, wäre es zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal 20:20 Uhr. Ob da der Jugendschutz mitspielt? Es wurde sogar vermutet, dass manche "Fringe" Episoden erst ab 16 Jahren freigegeben werden können. Schon zur Meldung, dass Pro7 schnell mit der Serie startet, wurde
vermutet, dass eine frühe Ausstrahlung nur mit geschnitten Szenen möglich sein kann.
Im Gegensatz zum pfeilschnellen Kadaver-Produzieren, geht es die Serie zudem sehr langsam in der, sagen wir mal, Kundenbindung vor. Richtig gefesselt ist man erst ab der vierten Episode, wenn der Charakter des "Observers" eingeführt wird. Hat Pro7 eingeplant, eine Serie mit schwindenden Quoten - denn genau das ist in den USA passiert - auf einem Prime Time Spot zu halten? Selbst Abrams Produktion "Lost" hat in Deutschland immer noch einen ziemlich schweren Stand beim Sender mit der roten Sieben, da die Serie kaum den Tagesdurchschnitt bei den Zuschauerzahlen halten kann. Man kann nur hoffen, dass Pro7 durchhält, und dass die Akte-X Fans, die den Sender einst groß gemacht haben, mehr Interesse an "Fringe" zeigen, als am Insel-Mysterium.
Egal wie es ausgeht, eigentlich will ich gar nichts gesagt haben. Pro7 war immer ein Sender, der sich etwas traut. Mit deutschen Eigenproduktionen hoher Qualität und mit der Platzierung von gewagten Serien im Haupt-Abendprogramm. Es würde mich nicht wundern, wenn es irgendwann einmal dieser Sender ist, der als Erster mit kaum einem Tag Verzögerung US-Serien ausstrahlt. Mit der Programmierung von "Fringe" ist er auf dem besten Weg dahin und das ist alles andere als einfach. Das ist mutig. (
via)
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