Breaking Bad

Von wegen Writers Strike. Die Zeichen stehen zwar gut, dass ein baldiges Ende des Streiks erreicht werden kann, aber viele Serien, die im letzten September und Oktober zum ersten mal ausgestrahlt wurden, werden wohl keinen Weg mehr zurück auf die Mattscheibe finden. Von den bereits etablierten Serien kann man indes Fortsetzungen erwarten. Aufgrund der offenen Budgets erwartet man eigentlich einen irrsinnigen Serienherbst 2008. Doch NBC hat bereits öffentlich über die Absage der Upfronts nachgedacht. Dieses Jahr könnte deshalb die ganz große Chance für die Frühjahresserien werden. Bislang hatten mich aber nur die britische Sendung Honest und die Miniserie Comanche Moon überzeugt. Mit "Breaking Bad" kommt nun aber endlich wieder ein echtes Highlight ins Fernsehen.
Bryan Cranston (Hal aus "Malcolm in the Middle") spielt den Aushilfschemielehrer Walter White. Das wenige Geld des Jobs reicht kaum, um seine schwangere Frau und seinen behinderten Sohn über die Runden zu bringen. Der Nebenjob als Hilfskraft in einer Autowaschanlage bringt gerade genug ein, um den Ausgleich zu schaffen. Als Walter zudem mit unheilbarem Lungenkrebs diagnostiziert wird, obwohl er Nichtraucher ist, zeigt er Recht und Ordnung endgültig den ausgestreckten Mittelfinger. Mit seinen Chemiekenntnissen will er in die Drogenproduktion gehen. Er überredet einen ehemaligen Schüler, mit ihm das besten Crystal Meth zu brauen und ganz groß ins Geschäft einsteigen. Doch ehe er sich versieht steht er mit geladener Pistole in Unterwäsche und mehreren Leichen in seinem Wohnmobil an der Straße und hört Sirenen am Horizont.
Doch noch ist nicht alles vorbei. Das wäre auch viel zu schade für diese fantastische, aus dem Nichts kommenden Serie des Privatsenders AMC. Einziger Negativpunkt ist, dass trotz der Freiheiten, die die Privaten in Amerika genießen, die "Fuck"s und nackten Tatsachen nachträglich entschärft wurden. Das nimmt der Serie leider ein bisschen die Stimmung. Ansonsten wird sich aber wenig verkniffen. Fast schon asiatisch mutet der Stil der Serie an. Stille, fast unbewegte Standbilder und die Kameraführung erinnern schwer an typisch östliche Filmpraktiken. Das Produzentenduo aus der bislang relativ unbescholtenen Karen Moore und der Autorin Patty Lin (u.a. Friends, Freaks and Geeks) trauen sich was.
Glücklicherweise ist dem Sender bereits mit dem andersartigen Mad Men der ganz große Erfolg beschert worden, so dass man hoffen kann, dass uns auch "Breaking Bad" noch lange erhalten bleibt. Danke AMC, denn für meine Begriffe ist "Breaking Bad" die beste, neue Serie der aktuellen US TV Saison. Außerdem verhilft die Serie auch der Feinripp-Unterbuchse zu einem Revival. Und das war schließlich genau so lange überfällig wie ein richtig guter Serienpilot.
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