Star Wars VII – Das Erwachen der Macht

Wie riechen eigentlich Wookies nach mehreren Monaten im All? Eine Frage die man wohl nie endgültig beantworten kann oder will. Dass man im neuen Star Wars die Auftritte der Altstars bereits einen Kilometer gegen den Wind riechen kann ist hingegen das Einzige was man dem Film ankreiden muss, selbst wenn man ein Stinkstiefel sein will.

Meistens ist es fast schon zu offensichtlich, wie die Geschichte der neuen und alten Charaktere erzählt wird. Viele Jahre nach dem Tod von Darth Vader greif erneut die dunkle Seite nach der Vorherrschaft in einer weit entfernten Galaxie. Die Geschichte der Rebellen und der Jedi sind indes zur Folklore verkommen und nur noch Wenige sind überhaupt auf der Suche nach Luke Skywalker. Während das als Erste Ordnung agierende Böse kurz vor der endgültigen Machtergreifung steht, soll nur noch Skywalker die Wende bringen können. Eine Karte im Speicher des niedlichen neuen X-Wing Steuerroboter BB-8 findet mit einem geläuterten Sturmtruppler zur Metallsammlerin Rey. Natürlich ganz stilecht auf einem Wüstenplaneten. Und schon von der ersten Minute an spürt man ein Flirren von Macht in der Luft, denn es gab ein Erwachen.

Ähnlich stark flirrt die Luft in den Szenen bevor sich die bekannten Charaktere der Geschichte anschließen. Das liegt zum großen Teil daran, dass Regie-Legende – kann man jetzt wohl ganz klar sagen – J.J. Abrams sehr viel Liebe, Detailfreude und Plastizität in den Film gebracht hat, der damit viel mehr an die Teile vier bis sechs erinnert als an die Hochglanzepisoden eins bis drei. Während er das Star Trek Universum vollkommen umgekrempelt hat (und für mich weitestgehend ausgelöscht worden ist) erhalten wir hier keinen Action-Reboot sondern eine Rückbesinnung. Sets, Figuren und Roboter wurden gebaut und nicht nur im Computer erschaffen. Es ist immer noch der pure Bombast, der aus dem Film spricht. Riesige Kulissen werden jetzt aber nicht mehr nur mit grünem Stoff bezogen. In den unförmigen Ausserirdischen stecken auch Fans wie zum Beispiel Simon Pegg, deren Gesicht man noch nicht einmal sieht (und mir ist auch das angeblich so offensichtliche Cameo von Daniel Craig nicht aufgefallen). Es spielen nicht mehr nur die mit Tischtennisbällen beklebte Ganzkörperanzüge aber eben nicht ausschließlich. Der Mix aus Greenscreen Kulissen und Andy Serkis Schauspiel mit dem gelungenen Versuch den Schauspielern wieder reale Orte und Personen gegenüberzustellen geht auch für die Zuschauer vollkommen auf.

Es ist vielleicht sogar ein bisschen Absicht, diese leicht vorhersehbare Geschichte dem Gefühl eines Star Wars Films der alten Klasse unterzuordnen. Es erscheint wichtiger in den Flaggen von Maz Kanatas Burg Anakins Pod Racer Flagge unterzubringen als die Story etwas weniger durchschaubar zu gestalten. Andererseits wird nicht der Fehler gemacht, ein Pod Rennen der Geschichte hinzuzufügen, weil das ein George Lucas ganz interessant finden würde. Der frühere Herr des Star Wars Universums hat immerhin mittlerweile die Aussage wieder zurückgenommen, dass er es bedauerlich findet, dass der Film so wenig innovativ sei. Klar, da ist ein Wüstenplanet, ein Eisplanet und ein Millenium Falke, aber da ist eben kein Geruch von feuchtem Wookiefell. Wenn überhaupt, dann ist da der Geruch von Kernseife und keine Glanzspülung in der Galaxie. Da ist einfach nur ein waschecht guter Film.

Trailer: The Frame

Endlich. Der erste Trailer zum neuen Film vom Autor und Regisseur von “Ink” ist da. Der selbstständiger Filmschaffende hat sich für seine Produktionsfirma Double Edge Films aber noch schlagkräftige Verstärkung geholt: Die Macher der YouTube-Mistery Serie The Vault. Jetzt wo der Film abgedreht ist, scheint das mit der letzten Episode, auf die wir jetzt bald ein Jahr warten, auch endlich was zu werden. Das Versprechen lautet: Ende August ist es soweit. The Frame kommt hingegen erst im Herbst.

The Zero Theorem

Am Montag hatte der neue Film von Terry Gilliam Premiere in Venedig. Wie schon mit Brazil will Gilliam damit ein futuristisches Bild zeigen, aber tatsächlich das Heute darstellen. Dazu hat er Christopher Waltz die Haare abrasiert und in eine bunte Welt geworfen. Bis jetzt musste man sich die zu erwartende Großtat aus den veröffentlichten Bildern extrahieren, doch nun steht das erste Bewegtbildmaterial im Netz.

Der Ausschnitt zeigt den von Waltz dargestellten Charakter auf dem Weg zum Bus, in einer Welt in der einem die persönlichen Werbebotschaften an der Wand verfolgen. Der kahle Kopf des Protagonisten droht in einem langen schwarzen Mantel zu verschwinden, wie der Mensch selbst schon in der ersten Sekunde aus dem Blickfeld des Zuschauers verschwindet. Wie sich das für Filme dieser Art gehört werden Werbeschilder und -filme gezeigt, die die Situation des Lebens erläutern sollen. Gleichzeitig hat man sofort die Erkenntnis gewonnen, dass mit all den Farben die Trostlosigkeit überdeckt werden soll, in der man in dieser Welt leben muss. Doch wenn man Gilliams Ansatz folgt ist das ja unser Leben. Unterstrichen wird das durch die Positionierung von Elektroautos eines französischen Autobauers, die es tatsächlich heute schon zu kaufen gibt. Wir sind also gar nicht so weit entfernt. Die Welt wird sich ändern. Vermutlich schon in den nächsten Wochen, wenn wir aus allen Ecken und von jeder Häuserwand einen Spruch hören werden, der am meisten aus diesem kurzen Ausschnitt heraussticht: “The Church of Batman the Redeemer Needs You!”


Direktlink Erster Clip aus The Zero Theorem

Filmfest München: Much Ado About Nothing

Wo ist eigentlich mein “Joss Whedon is my Master now” T-Shirt abgeblieben? Wäre allerdings peinlich geworden, wenn ich es für diesen Film angezogen hätte. Zur Aufführung des neuen Whedon-Indie Films kamen nämlich zahlreiche Fans des Autor und Regisseurs. Auch einer mit besagter Oberbekleidung. Dazu versammelten sich Shakespear-Freunde, Besucher, die noch nicht wussten, was sie erwartete und eine Person, die einen günstigen Schlafplatz brauchte – wir alle versammelten uns in einem Kinosaal (aber nur einer schnarchte). Es war der letzte Abend des Filmfest München und wir waren fast voll besetzt. Ich hatte schon vor Monaten gelernt, dass es “aduh” und nicht “ah-do” im Filmtitel heißt und hatte bisher zweimal mit Shakespeare zu tun: Im Film Mr. Bill mit Danny DeVito und im Nachruf auf Steve Jobs von Stephen Fry. An die Marionetten-Version von “Der Sturm” kann ich mich nicht erinnern. Ich ging also mit der besten Vorbereitung in eine literarische Adaption: Mit komplett keiner.

Leonato (Clark Gregg), der Gouverneur von Messina, wird von seinem Freund Don Pedro (Reed Diamond) besucht, der von einem erfolgreichen Feldzug gegen seinen aufständischen Stiefbruder Don John (Sean Maher) zurückkehrt. Don Pedro wird von zwei seiner Offiziere nach Messina begleitet: Benedick (Alexis Denisof) und Claudio (Fran Kranz). Claudio verliebt sich in Leonatos Tochter Hero (Jillion Morgese), während Benedick sich Wortgefechte mit der Nichte des Gouverneurs, Beatrice (Amy Acker), liefert. Die aufblühende Liebe zwischen Claudio und Hero veranlasst Don Pedro mit Leonato die Hochzeit vorzubereiten.

In den Tagen vor der Hochzeit amüsiert sich Don Pedro, mit der Hilfe von Leonato, Claudio und Hero damit, Benedick und Beatrice mit einem Trug dazu zu bringen, sich ineinander zu verlieben. Derweil schmiedet der schurkische Don John, mit der Unterstützung seiner Verbündeten Conrade (Riki Lindhome) und Borachio (Spencer Treat Clark) ein Komplott gegen das glückliche Paar, und bedient sich dabei seiner eigenen Art der Betrügerei, um die Heirat zu zerstören, bevor sie begonnen hat.

Eine Reihe komische und tragische Momente könnte die zwei Paare noch davon abhalten ihr wahres Glück zu finden, andererseits ist es vielleicht auch möglich, dass die Liebe überwiegt.
Much Ado About Nothing Pressetext (Übersetzung von mir)

Es geht, natürlich, um Liebe und darum, wie stark wir von dem beeinflusst sind, was uns andere von uns selbst berichten. Schlussendlich wird sich aber auch die schlimmste Geschichte zum guten wenden, was auch der potentielle deutsche Titel schon verrät: Viel Lärm um nichts. Das besondere an diesem Film ist aber nicht die ersichtliche Prämisse. Es ist nicht die Kulisse, das tatsächliche Anwesen wo Joss Whedon lebt – an den Wänden hängen Familienbilder, Benedick und Claudio übernachten im Zimmer seiner Kinder), es ist auch nicht die Tatsache, dass Whedon den Film so nebenbei abgedreht hat. Vielleicht trägt die Einfachheit der Umsetzungen ihren Teil dazu bei: das Schwarz/Weiß der Aufnahme, dem ein bisschen der Kontrast fehlt; die verrauschten Bilder, die mit einer Fotokamera gedreht wurde; das Schweben zwischen einer Geschichte die im Jetzt dargestellt wird, aber in einer weit entfernten Zeit spielt – was am Ende diese Film ausmacht sind aber die Darsteller und das was sie aus Shakespears Texten machen.

Die Sprache ist schwer und bilderreich. Sie dürfte einem beim Lesen unglaublich schwerfällig durch die Synapsen wandern, und doch fließen die Texte scheinbar leicht und mühelos von den Lippen der Darsteller. Es ist fast so, als hätte keiner je anders kommuniziert; so als gäbe es keinen Unterschied zur Diskussion beim Feierabendbier. Diese Normalität des Sprechens und der Slapstick in der Darstellung machen den Film so leicht, dass man sich nach einer kurzen Eingewöhnung selbst so denken hört und das auch erst ganz schwer wieder los wird, wenn man das Kino nach immerhin 108 Minuten verlässt (“Beschwerlich der Weg zurück zur Heimstadt wird, wenn die Tram nicht mehr die Schienen erschaudern lässt im Takt meines Herzens, das mich doch so wohl drängt.”).

Für manche mag der Film auch ziemlich albern gewesen sein. Es gibt Szenenapplaus beim ersten Auftritt von Nathan Fillion als Dogberry, der wie Takeshi Kitano in einem irgendwie unpassenden Anzug in die Szene springt. Die Stimmung ist gelassen im Kino, nachdem sich Benedick hinter einem Zweig zu verstecken versucht und Beatrice sich so herrlich erschrickt, als sie von seiner angeblichen Liebe zu ihr erfährt. Für manchen im Saal, wie mich, der sich mit hoher Literatur nicht auskennt, stellt sich da schon lange nicht mehr die Frage ob man lachen darf. Offenbar war es aber auch üblich, dass die Theateraufführung des Stückes unglaublich komisch inszeniert wurden. Es ist nur zu bezweifeln das Dogberry schon einmal zuvor seine Autoschlüssel nicht finden konnte.

Da verhält es sich fast so, wie mit dem deutschen Release des Films. Denn leider verspricht zwar die offizielle Homepages des Films vollmundig: Now Playing Everywhere. Aber Deutschland scheint nicht überall zu sein, oder jemand hat den Schlüssel verlegt. Denn außer der Filmfestvorführung in München findet sich keine Information über eine weitere Aufführung. Nicht einmal die deutsche Wikipedia hat einen Eintrag zum Film. Stattdessen bekommt man überall nur die Umsetzung von 1993 angepriesen. Es dürfte also nur in eurem Sinne sein, wenn ich das Ende des Films verrate: Sie kriegen sich doch.

Und der Film ist übrigens auch spitze.

Der große SDCC 2013 Panel Sammeleintrag

Es war viel zu heiß um sich großflächig um die San Diego Comic-Con 2013 zu kümmern. Andererseits wird das kommende Wochenende aller Voraussicht nach so heiß, dass man sich am besten im Keller in einer Badewanne mit Eiswasser einschließt. Falls ihr das freiwillig macht und falls ihr dort Strom zur Verfügung habt, könnte man sich zum Beispiel durch alle möglichen Panels der Con sehen. Zugegeben, ich hab noch nicht mal die Hälfte der folgenden Mitschnitte gesichtet und da mir der Keller fehlt wird es wohl dabei bleiben. Es könnte deshalb sein, dass sich da irgendwo ein Rick-Roll versteckt. Wer weiß.

Sicher ist nur: Die Panels zeigen kein Filmmaterial – auch wenn im Gespräch vielleicht darauf eingegangen wird. Das ist üblich; und nur weil sich die tüchtigen Kameraleute auch daran halten, haben wir überhaupt noch die Möglichkeit, uns die Panels in dieser Form anzusehen. Mit Eis in der Hand oder in der Poritze. Ganz egal.

TV

Comic-Con 2013: Dexter – Full Panel

Comic-Con 2013: Breaking Bad – Full Panel

Comic-Con 2013: Doctor Who – Full Panel

Comic-Con 2013: Sherlock – Message by Martin Freeman & Benedict Cumberbatch
Comic-Con 2013: Sherlock – Panel

Comic-Con 2013: How I Met Your Mother – Panel

Comic-Con 2013: Under the Dome – Full Panel

Comic-Con 2013: The Walking Dead – Full Panel

Comic-Con 2013: Game of Thrones – Full Panel

Comic-Con 2013: True Blood – Full Panel – Part 1Part 2Part 3

Comic-Con 2013: Supernatural – Full Panel

Comic-Con 2013: Teen Wolf – Full Panel

Comic-Con 2013: The Vampire Diaries – Full Panel

Comic-Con 2013: Orphan Black – Full Panel

Comic-Con 2013: Arrow – Panel – Part 1Part 2Part 3

Comic-Con 2013: Once Upon a Time – Panel – Part 1Part 2

Comic-Con 2013: Almost Human – Panel

Comic-Con 2013: The Tomorrow People – Panel – Part 1Part 2

Comic-Con 2013: Hannibal – Full Panel

Comic-Con 2013: Person of Interest – Panel

Nicht verlinkt: Star-Crossed, Beauty and the Beast, Lost Girl

Film

Hunger Games: Catching Fire Comic-Con Trailer
Comic-Con 2013: The Hunger Games: Catching Fire – Full Panel

Comic-Con 2013: Riddick – Full Panel

Comic-Con 2013: The World’s End – Full Panel

Comic-Con 2013: Guardians of the Galaxy – Full Panel

Comic-Con 2013: The Seventh Son – Full Panel

Comic-Con 2013: Robocop – Full Panel

Comic-Con 2013 – The Wolverine – Full Panel

Comic Con 2013: Marvel ABC Agents of SHIELD – Full Panel
Comic Con 2013: Marvel Cinematic Universe – Full Panel

Comic-Con 2013: Dawn of the Planet of the Apes – Full Panel

Comic-Con 2013: I, Frankenstein – Full Panel

Comic-Con 2013: The LEGO Movie – Full Panel

Comic-Con 2013: Gravity – Full Panel

Comic-Con 2013: The Amazing Spider-Man 2 – Full Panel

Comic-Con 2013: X-Men: Days of Future Past – Full Panel

Comic-Con 2013: Godzilla 2014 – Full Panel

(via geektyrant, SpoilerTV)

SDCC 2013: Veronica Mars Panel

Vielleicht ist der größte Erfolg der Kickstarter Kampagne nicht der Film an sich, sondern dass wir die Cast noch einmal auf der San Diego Comic Con zu sehen bekommen. Auch gut ist natürlich, dass wir in diesem Jahr wirklich alle wichtigen Panels beinahe sofort in guter Qualität und voller Länge zu sehen bekommen. Noch besser: Den Teaser bekamen wir schon vor der Presse zu sehen. Schade, dass das nicht für jeden Indie-Film gilt.

Direktlink Veronica Mars Movie SDCC Teaser

Direktlink San Diego Comic Con 2013: Veronica Mars Panel