Was vom 2012 übrig blieb

Viel bleibt von einem Jahr nie hängen. 2012 war sogar so ein Jahr, das kann man komplett vergessen. Kein Über-Film, keine Über-TV-Serie, kein Über-Buch, kein Über-Übel. Sofern man das Private ausklammert. Wie schon 2011 erinnere ich mich nur an die Musik. Das kann auch daran liegen, dass ich nun im dritten Jahr meine Musik in Monatsordnern ablege. Während alles andere sich direkt nach dem es passiert ist auch schon wieder verabschiedet, bleibt musikalisch immer noch was zum nachlesen.

Zuerst aber der Blick in die Zukunft: 2013 wird das Web zurückerobert, so zumindest der nicht ganz uneigennützige Vorsatz von Johnny Haeusler. Vergesst euren Twitter-Login und werft weg eure Facebook-Zugänge; Zentralisiert eure Inhalte wieder bei euch selbst — im ersten Schritt für mich heißt das: ein neues Blogdesign, in dem auch die kleinen Links und Einbettungen landen werden. Das hier ist allerdings nur eine Testseite für die Schrift, die ich verwenden will. Es gibt keine Third-Person-Social-Network-Integration und auch keine Kommentare. Ich denke sogar darüber nach, das so zu lassen. Denn wie hat Fiva noch gesagt?


Alben 2012

Womit wir wieder den Bogen zur Musik geschlagen haben. Das war einfacher, als sich fünf Alben für die Bestenliste des Jahres herauszupicken. Und das nicht, weil die Auswahl so groß wäre. Vielmehr ist es kompliziert die fünf brauchbarsten Alben (inklusive zwei Compilations) in eine Reihe zu bringen, denn richtige Knaller waren keine dabei. Fast. Der erste Platz steht nämlich wie eine Eins: Kraftklub – Mit K.

Aus heutiger Sicht ist es zwar ein bisschen zu Mainstream, das Album gut zu finden, aber wenn man an den Erscheinungstermin zurück denkt, an dem nur die Fans und Leute zugegriffen haben, die sich noch an den Song bei Bundesvision Song Contest erinnern konnten, sah es nämlich nach einer Woche noch wie ein Insider aus. Erst mit der ständigen Beschallung im Radio und auf quasi allen Festivals der Saison haben sich Kraftklub zu Superhelden aufgespielt. Auch wenn das ein Grund wäre, sie jetzt nicht mehr gut zu finden: Das Album ist immer noch der Hammer.

  1. Kraftklub – Mit K
  2. Deichkind – Befehl von ganz Unten
  3. Watergate X Compilation
  4. Blumentopf – Nieder mit der GBR
  5. Fritz Kalkbrenner – Suol Mates

Kostenlose Musik 2012

Viel spannender waren 2012 aber die kostenloses Alben. Damit spielte sich Gramatik mit seiner EP #digitalfreedom zum Dubstep König hoch – sofern das überhaupt noch in den Bereich Dubstep gehört. Mit viel Festival-Präsenz, einem Auftritt im neoParadise Schrank und einer bombigen Free-EP names Guns, Bitches and Weed machte 2012 auch Left Boy auf sich aufmerksam. Allerdings lässt eine Doku bei mir ein bisschen Zweifel aufkommen, ob da nicht doch irgendwo jemand mit Geld dahinter sitzt.

Das beste und zudem völlig kostenlose Alben des Jahres kommt von Hey Frank. Schon seit April sind die Münchner mit einem Ding zwischen Hip-Hop und Pop bei mir im Ohr unterwegs. Wo andere “Leider geil!” sagen, sage ich übrigens auch Leider zum Glück.

Songs 2012

An den folgenden Titeln wird klar: Ich habe 2012 viel elektronische Musik gut gefunden. Mir ist außerdem klar geworden, dass ich diese Titel nie im Leben in eine Reihenfolge bringen kann. Ohne richtige Reihenfolge also meine Titel des Jahres. Mit dabei sind zwar Namen, die man auch in anderen Listen finden konnte, irgendwie haben sich bei mir aber andere Songs im Kopf und Player festgefressen.

  • Kraftklub – Karl-Marx-Stadt
  • Hey Frank! – Es wird Regen geben
  • Gramatik – Illusion of Choice
  • The Sound Republic – Sally (Frankie J Down the Spout Mix)
  • Fabio Giannelli – Maintain
  • Solomun – He Is Watching You
  • Marsimoto – Wellness (SoulForce Dancehall Rmx)
  • Left Boy – Feelings For You
  • Kollektiv Turmstrasse – Schwindelig (Ian O’Donovan Rmx)
  • Steve Bug – Poison Of Choice

 

Mixsets 2012

Alle Mixsets des Jahres habe ich mir nicht noch mal durchgehört. Eines ist mir allerdings bis zum Jahresende immer präsent geblieben. Das mag damit zu tun haben, dass es kurz nach dem Tod von Beastie Boy MCA aufgenommen wurde und deshalb mit einem Tribute-Track beginnt. Oder aber, weil Walter Marinelli eine gigantische Zusammenstellung liefert, die in diesem Jahr einfach nicht mehr übertroffen wurde: Walter Marinelli #tassebier #rp12

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