Return of the 90s – Afrob

Direktlink Afrob Kommt

Nach gefühlten zwanzig Revivals der 80er haben wir jetzt wohl endlich mal den Kreis in meine Jugend, die 90er, geschlagen. Besonders im HipHop hat sich das mit den letzten Alben von Sido, Stik Figa & L’Orange, Fatoni & Edgar Wasser oder zuletzt mit Marteria und 3Plusss gezeigt. Ja, sogar Prinz Pi hat im letzten Jahr ein Album abgeliefert, dass wir Kinder des frühen deutschen Rap gefeiert haben (zuhause im Sessel, natürlich).

Nur das mit dem kostenlosen Download, das ist aber sowas von 2000er.

06. April 2014 by hendrik
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Attersee

Direktlink Flowin’ Immo – Pinke Pinke

06. April 2014 by hendrik
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R.I.P. Frankie Knuckles

01. April 2014 by hendrik
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De:Bug

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Die De:Bug und ich; wir haben eine lange Beziehung. Es ist jetzt 16 Jahre her, dass ich mir die ersten Ausgabe der Zeitung gekauft habe. Es muss zum Teil daran gelegen haben, dass ich damals noch Grafiker werden wollte und mir die Zeitung mit der Erklärung schmackhaft gemacht wurde, dass sie das Zeitschriftendesign neu erfinde. Im Zeitungsformat versteckte die De:Bug nicht nur Magazin-Layouts und komplizierte Texte für die ich viel zu jung war, sondern auch eine der schönsten Serifenschriften, die ich bis dahin gesehen hatte. Weder der Begriff Debugging noch der Klang von Indie-Elektro war mir geläufig. Trotzdem wollte ich mehr von diesen elektronischen Lebensaspekten wissen, denen ich mich so nah fühlte. Ich hatte immerhin Zugang zum Internet. Aber eigentlich verliebte ich mich in die Serifenschrift.

Die Serifen wurde schon vor Jahren durch zugänglichere Schrift ersetzt. Auch das Format der Zeitung blieb nicht lange bestehen und wurde von einem etwas übergroßem Magazinformat abgelöst. Eine Zeitung blieb die De:Bug für mich dennoch immer. Das einzige was nicht glattgeschliffen wurde war die Verfügbarkeit im kleinen Zeitschriftenladen und die starke Fixierung auf Berlin. Das Internet ist bis heute eher das unerwünschte Stiefkind der De:Bug. Die erste experimentelle Webseite war ihrer Zeit weit voraus und auf der extra eingerichteten Mailingliste unterhielten sich fast ausschließlich die gleichen zehn Personen, davon fünf Autoren. Der Bruch erfolgte für mich nach einer Schimpftirade über Berlin, die eigentlich an die Liste gehen sollte, die ich aber ausversehen nur an Sascha “bleed” Kösch schickte. Danach führte mein Weg – auch aus Scham – immer seltener zur Bahnhofsbuchhandlung und nur manchmal habe ich zuletzt eine Ausgabe mitgenommen, wie wenn man verstohlen nach einer Ex-Freundin googeled.

Trotzdem tut es weh, wenn man liest, dass es damit vielleicht auch bald vorbei ist (aber auch, wenn man auf einmal einem jungen Kerl bei Soundcloud ins Gesicht sieht, der angeblich dieser legendäre “bleed” sein soll). Aber besonders dieses Bild über dem Blog-Eintrag zum Abschied, mit dem Foto der Erstausgabe schmerzt. Da ist sie wieder, diese Serife, die man nie ganz vergessen hat. Sie bleibt auch wenn das Projekt nicht mehr, oder nur im Web, weiterexistiert. Sie ist noch da, wie die Musik, die man mit der De:Bug erst entdeckt hat. Das ist die Zeitung, die die eigenen elektronischen Lebensaspekte erst formte. Und, ja, auch Berlin ist noch da. Ich war erst zweimal dort und hab leider überhaupt keine Musik gehört. Jetzt dann sowieso.

12. March 2014 by hendrik
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Bully macht Kaka

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Man kennt viele Verschwörungstheorien: Die Mondlandung wurde in einem Filmstudio produziert, in Area 51 lagert die US-Regierung außerirdische Technologie und Bully macht Buddy wurde vor Publikum aufgezeichnet. Wie bei einer guten Verschwörung üblich gibt es sogar ein verwackeltes Beweisfoto. Angeblich sehen wir hier eine Aufnahme von Bully, The Boss Hoss und dem Yeti bei einer Aufzeichnung der Sitcom in München. Lachhaft. Dabei stammt das Bild sogar von meinem eigenen Mobiltelefon.

Ich möchte aber nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass die erste Folge der Serie tatsächlich vor Publikum aufgezeichnet wurde. In der Ausstrahlung wirkten die Farben stark überstrahlt, wie wenn man zu viel Kontrast zugegeben hätte, und der Ton klang besonders bei den eingespielten Lachern wie eine Blechdose. Dazu kommt, dass ich beim dritten Aufzeichnungstermin im Publikum saß, aber die vierte Folge produziert worden ist. Es wäre zwar möglich, dass die Pilotfolge erst später aufgenommen wurde, nachträglich lies sich aber nicht mehr feststellen, wie viele Termine insgesamt für die Produktion angesetzt waren. Auffällig ist es trotzdem, dass die Qualität von Bild und Ton in den späteren Episoden besser ist. Dem Gegenüber nahm der Spaß leider von Woche zu Woche der Ausstrahlung ab. Nicht nur wegen der ewigen Diskussion darüber, ob die Serie wirklich vor Publikum aufgenommen worden ist, aber besonders ob der verschenkten Möglichkeiten und der verlorenen Zukunft deutscher Sitcoms.

Es gibt einen bekannten Gradmesser für das Versagen des Senders: Wenn die Trailer bereits alle witzigen Stellen zeigen. ProSieben erreicht hier ohne Weiteres den roten Bereich. Nicht nur die besten Gags, sondern auch die Charakterentwicklung wird schon vorab ohne Rücksicht auf Verluste laut rausposaunt. So kannte man schon vor der vierten Folge die Susi und Strolch Anspielung zwischen Aida und Daniel. Beinahe wäre sogar der letzte, große Gag verraten worden, von dem ich noch großspurig in meinem letzten Eintrag zur Sendung gesprochen hatte. Damit lassen sich alleine aber nicht die stark schwindenden Zuschauerzahlen erklären.

Den einzigen Fehler, dem man Bully unterstellen möchte ist, dass er sich offenbar von keinem sagen hat lassen, dass eine Persiflage auf eine Sitcom in einer Sitcom nicht funktioniert. Woran soll man aber auch erkennen, dass es nicht lustig ist, jemand unlustig sein zu lassen. Man verrät als Publikum da schnell seine Ideale und versucht die Aufführung auf Biegen und Brechen lustig zu finden. Das gibt das Format aber auch vor: Vom Publikum wird verlangt, auch bei mehrmaliger Wiederholung über die gleichen Gags zu lachen. Es war auch nicht zu erkennen, dass die Rückmeldung vom Publikum wahrgenommen wird. Lediglich Rick Kavanian wandelte seine Texte ab, wenn er erkannte, dass diese nicht richtig funktionieren. Was aber tatsächlich auffällt ist, dass die Lacher offenbar nicht nachträglich aufbereit wurden (oder zumindest nicht gut). In besagter vierter Episode lässt sich Gisa Flake im knappen Dienstmädchenoutfit auf Bullys Couch fallen. Warum das Publikum an dieser Stelle lacht lässt sich für den Fernsehzuschauer nicht nachvollziehen. Die Vorgeschichte kennt nämlich nur das Publikum der Aufzeichnung. In den zwei nicht verwendeten Aufnahmen zuvor ließ sich Aida breitbeinig auf die Couch fallen, was gewollt offenherzige Einblicke gewährte. Erst vor der schließlich verwendeten Aufnahme wies die Regieassistenz Gisa darauf hin, die Beine geschlossen zu halten. Bully kommentierte das mit “… aber das war doch schon immer so”. Woraufhin Gisa meint, dass die Regie “es jetzt nicht mehr sexy fände”. Als sich das Publikum nach mehreren Minuten wieder beruhigt hatte, konnten die Aufnahmen weitergehen.

Die typisch deutschen Probleme bestimmen am Ende eben auch diese Produktion. Das Problem mit der Kameraposition kennen wir schon vom schrecklichen Versuch, ein deutsches IT Crowd zu machen – sprechen wir besser nicht drüber. Aber auch diese Gängelung durch Szenenübergänge wie “Kurze Zeit später in Bullys Wohnung” sind so typisch für deutsche Fernsehmacher, dass einem beim Zusehen die Galle hochkommt. Damit auch die Oma beim Bügeln mitbekommt, worum es geht. Und wessen Kind war eigentlich dieser Typ im Aufzug? Die Aufzugszenen wurden nicht vor Publikum aufgenommen, die Frage ist nur, ob das der späten Uhrzeit und dem Alter des “Schauspielers” geschuldet war. Denn diese belanglosen, höchstwahrscheinlich nicht von Bully geschriebenen Rohrkrepierer-Szenen wären das Erste was man hätte weglassen müssen. Müssen! Das lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass da ein Geldgeber unbedingt seinen Jungen im Fernsehen unterbringen wollte. Ganz ehrlich: Da wäre es mir lieber gewesen, wenn alle Darsteller in jeder der sechs Folgen konstant Müsli gegessen hätten. Das hätte die Zukunft deutscher Sitcoms wenigstens nicht um Jahre zurückgeworfen.

Zugegeben, bis zu dieser Serie hatte das Sitcom-Format in Deutschland überhaupt keine Zukunft. Vielleicht finden sich jetzt doch Produzenten, die es besser machen wollen. Dann aber bitte frei von einem Sender, der seine Finger nicht bei sich behalten kann. Hab gehört es gibt da was Neues, wo man mit eigenproduziertem Videomaterial sogar Geld verdienen kann. Kennt aber kaum jemand: YouTube.

25. February 2014 by hendrik
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Broken Age: Act 1

Broken Age

Das “Double Fine Adventure” wird in den Internet-Geschichtsbüchern einfach erwähnt werden müssen. Vor zwei Jahren brach es den Rekord der höchsten Einnahmen aus einer Kickstarter-Finanzierung – wie üblich ganz ohne die Möglichkeit, das Spiel vorab zu testen; oder überhaupt zu wissen, worum es geht. Die Prämisse war: “Wir machen ein Adventure, so wie früher. Gebt uns Geld!”. Über drei Millionen Dollar konnte das Produktionsstudio damit von Kleininvestoren einnehmen, aber auch nach der Kickstarter-Kampagne hat und hatte man die Möglichkeit, die Entwicklung des Spiels zu unterstützen. Deshalb kann man gar nicht mehr sagen, wie viel Geld das Studio mit dieser vagen Idee überhaupt eingenommen hat. Für die Supporter macht das auch keinen Unterschied mehr, denn vor ein paar Tagen wurde das erste Kapitel des Adventures veröffentlicht, das mittlerweile “Broken Age” heißt. Und noch nie war es so unterhaltsam den Erfolg einer Investition auf den Prüfstand zu stellen.

Aus heutiger Sicht kommt es einem fast wie das dunkle Mittelalter vor: Vor zwei Jahren gab es keinen Markt für Adventure Games; oder wie es Tim Schafer in seinem Werbevideo ausdrückt “… these days it seems like Adventure Games are almost a lost art form. They exist in our dreams, in our memories, and Germany”. Schafer ist nicht irgendwer, sondern einer der legendären Adventureentwickler, der früher für Lucas Arts und dort an Spielen wie “Monkey Island” und “Day of the Tentacle” mitgearbeitet hat. Seine eigene Produktionsfirma Double Fine wirft mit “Psychonauts” (2005) und “Brütal Legend” (2009) zwei erfolgreiche aber auch etwas weniger mainstreamtaugliche Titel auf den Markt. Einen Markt der 2010 nicht nur keine Adventure Games mehr haben will, sondern auch ansonsten das Risiko scheut und lieber den dritten Aufguss langweiliger Einheitsware produziert und damit Milliarden macht. Brütal Legend 2 wird von EA eingestellt. Es ist aber auch die Zeit, in der sich das Internet einmal mehr wandelt und Indie-Spieleentwickler zu Millionären werden. Eine Zeit, in der Pixel-Art, Jump-n-Runs mit hohem Schwierigkeitsgrad und eben auch Adventures im alten Stil einen immer größer werdenden Teil des Gamingmarktes zurückfordern. Es ist die perfekte Zeit für Abenteurer.

Abenteuer ist dann auch das Hauptthema des entstandenen Spiels. Broken Age – und da zitiere ich jetzt den offiziellen Beschreibungstext – ist ein Point-and-Click-Adventure und erzählt die Geschichte eines Jungen und eines Mädchens, die ähnliche Leben führen. Das Mädchen wurde von ihrer Dorfgemeinde auserwählt, einem grässliches Monster geopfert zu werden, aber sie entschließt sich, zu kämpfen. Gleichzeitig verbringt der Junge ein einsames Leben auf einem Raumschiff unter der Ägide eines mütterlichen Computers, aber er möchte ausbrechen, um Abenteuer zu erleben und Gutes in der Welt zu tun. Und Abenteuer folgen.

Mancher würde vielleicht von einem kurzen Abenteuer sprechen. Denn selbst wenn man alle Dialogtexte durchgeht und sich sehr leicht in die Irre führen lässt, erwarten einen höchstens drei Stunden voller Rätsel und Abenteuer. Die Rätsel sind dabei aber kaum so anspruchsvoll wie die in meiner Erinnerung teilweise unheimlich schweren Kombinationen aus den Lucas Arts Klassikern. Bemängeln muss man, dass es nur eine Handlungsoption gibt: Klicken. Einmal muss man die Perspektive beachten und einen Sprung ins Leere wagen, indem man über ein Loch in der Wolkendecke läuft. Für eines der kniffligsten Rätsel legen die Entwickler immerhin eine böse Falle aus, in die Leute wie ich tappen, die erst mal Alles mit Allem zu kombinieren versuchen. Am längsten habe ich mit einem Geschicklichkeitsspiel verbracht, welches für den Ausgang der Handlung des ersten Aktes noch keine Relevanz hatte.

Leider fühlt es sich am Ende mehr wie ein animierter Kurzfilm an, den ich als Spieler mit Minigames im Spiel und nicht vorhandener Kombinationsgabe unnötig verkompliziert habe. Das kann aber auch daran liegen, dass die Erzählung von Broken Age einfach wundervoll stimmig ist. Da kommt es manchmal schon fast ungelegen, wenn man Rätsel lösen muss. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen interaktivem Film und Adventure, welche hier leider vom Film gewonnen wird. Das liegt auch zum großen Teil an den zwei Geschichten die erzählt werden und dem wissen, dass sich diese irgendwann überschneiden müssen. Es liegt aber auch daran, dass die Welt wie ein Bilderbuch wirkt, in dem überraschend viel Text vorkommt. Besonders in der Geschichte des Mädchens Velouria erkennt man große Pinselstriche in den Hintergründen und Szenerien, die einem irgendwo ein bisschen das digitale des Computers nehmen und die Wirkung eines Kunstwerks geben. Es liegt auch an den Sprechern mit großem und kleinem Namen: Jack Black, Wil Wheaton, Elijah Wood zum Beispiel. Ob das eingenommene Geld hier ausgegeben wurde ist strittig. Black und viele andere Synchronsprecher haben bereits mit Schafer gearbeitet. Elijah Wood ist hingegen selbst Backer des Spiels – die wahrscheinlichste Vermutung ist, dass nur Freundschaftspreise bezahlt werden mussten.

Nein, zuletzt liegt es am Humor, dass man dieses Spiel empfehlen kann. Es ist fast so, als sei der Day of the Tentacle erst gestern gewesen. Mehr noch, es werden viel mehr Register gezogen. Wir begegnen einem Wolf, bei dessen Dialogen nie ganz klar ist, ob man jetzt lachen kann oder sich gruseln sollte. Manchmal wird es unheimlich albern, wie in der Wolkenwelt in der den Personen Buchstaben aus dem Namen genommen wurden, um diese leichter zu machen. Oder der grandiose Abschluss dieses Passage, wo ein ganz großer Gag auf einen wartet, wenn man sich die Zeit nimmt. Ein Gag der zwar bewusst macht, wie viel mehr noch möglich gewesen wäre; aber auch einer, der hoffentlich ein Hinweis darauf ist, was uns in der kommenden Episode noch erwartet. Der Abschluss der Geschichte soll noch dieses Jahr in “Act 2″ als kostenlose Zugabe veröffentlicht werden. Es bleibt nur abzuwarten, ob sich bis dahin noch jemand an dieses kleine Experiment erinnert.

Spieler, die noch nicht dabei sind und ein umfangreiches Adventure wollen, sind mit dem von Tim Schafer angesprochenen deutschen Adventure Game, der Deponia Trilogie, nämlich vermutlich besser beraten.

23. January 2014 by hendrik
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