Ich hab mir gestern Serendipity zerschossen und das gerade erst festgestellt. Ich muss nun leider nochmal meine lokale Kopie nach online spielen. Passiert hoffentlich noch heute abend, aber bis dahin siehts hier aus, wie bei Hempels hinterm Kühlschrank.
Update: Konnte das doch schnell in der Mittagspause weitestgehend grade biegen.
Die Seite mit der ersten Episode von Joss Whedons Online-Musical-Show Dr. Horrible's Sing-Along Blog ist nicht mehr erreichbar. Ich habe grade einen Kommentar freigeschalten, der schon bald zwei Monate in der Warteschlange gehangen ist (Sorry, Ralf) und auch der Feedreader ist leer gelesen. Es bleibt eigentlich nur noch eins zu tun: Nein, Abendessen gibt's später. Ich meine natürlich sich auf die Comic Con freuen.
Am Donnerstag, den 24. Juli, beheimatet San Diego einmal mehr die vermutlich größte Comic Convention der Welt (vielleicht muss sich die Veranstaltung bei diesem Titel auch einer japanischer Convention geschlagen geben, wer weiß?). Die San Diego Comic Con lockt allerdings schon lange nicht nur Comicfreunde in die Kalifornische Metropole, sondern bietet längst auch passende Veranstaltungen für Fernseh- und Filmbegeisterte, Gamer und eigentlich jedem, der ständig am Kreditlimit seines Kontos herumeiert. Üblicherweise schließt sich das ohnehin nicht aus. Wer Comics mag ist generell auch anderen Spielarten des Fandoms aufgeschlossen. Es ist allerdings ungeschickt, wenn man wirklich allem fröhnt, was in diesem Jahr auf der Comic Convention gezeigt wird. Man hat keine Möglichkeit alle Panels, Screenings, Signierstunden, Preisverleihungen, Workshops und alle Nebenschauplätze der Veranstaltung zu besuchen. Es hat also durchaus sein Gutes, sich zurückzulehnen - wohl wissend, dass man wieder nicht in San Diego, sondern in Oberbayern, ist, wenn die Comic Con nächste Woche mit dem Screening der neuen J.J. Abrams Serie "Fringe" am Mittwoch eingeläutet wird. Alles was seinen Weg ins Internet findet, findet schließlich auch den Weg zu mir.
Im Augenblick kann man allerdings nur unglaublich neidisch durch den Programmplan blättern. Russell T Davies und Steven Moffat werden am Donnerstag über ihre Arbeit an Doctor Who sprechen. Vielleicht werden auch erste Informationen zu den für 2009 geplanten Specials und zur Fortführung der Serie 2010 öffentlich gemacht. Sie bringen exklusive Videoschnipsel mit. Ich bekomme schon eine Gänsehaut, wenn ich nur an die verwackelten Handykameramitschnitte denke. Nicht, weil es mir vor der Qualität graust, sondern weil ich mich auf die Stimmung freue. Später stoßen noch John Barrowman, Gareth David-Lloyd, Naoko Mori und Burn Gorman zu Davies, Moffat und ausführender Produzentin Julie Gardner, um über die Serie "Torchwood" zu sprechen. Nach der grandiosen zweiten Staffel ist vom Team nur noch wenig übrig geblieben. Es dürfte also äußerst interessant sein erste Hinweise zu bekommen, wie es mit dem Spin-Off zu Doctor Who weitergeht.
Auf einem anderen Spielfeld wird Eoin Colfer, Autor von Artemis Fowl, sein sechstes Buch der Reihe ("Artemis Fowl: The Time Paradox, with Fairies, Fiends and Flatulence") vorstellen. Leider überschneidet sich sein Vortrag mit dem Torchwood Panel und mit dem Panel zu "The Middleman". Schöpfer, Autor und Produzent Javier Grillo-Marxuach bringt die Schauspieler Matt Keeslar und Natalie Morales mit. Das alles im Zeitraum von 12 bis 15 Uhr am Donnerstag! Und damit noch lange nicht genug, gleich im Anschluss vermittelt Autor Terry Goodkind einen ersten Eindruck zur TV Umsetzung seiner Romans "Wizard's First Rule". Am späten Nachmittag kann man dann noch das Panel zur TV-Serie "Dexter" mitnehmen, bevor man seine gesammten Barschaften in Comics, Filme und eine Gummiklingonenstirn investiert.
Während der Besucher der San Diego Comic Con am Abend also ins leere Portemonnaie blickt, können wir gemütlich vom bequemen Chefsessel die Informationen, Videos, Fotos und Gerüchte aufnehmen. Wohl wissend, dass wir zwar weniger Convention Luft schnuppern dürfen, dafür aber weit mehr von der Veranstaltung an sich mitbekommen, als wenn wir wirklich vor Ort gewesen wären. Im Augenblick nervt es mich allerdings ziemlich, das die Dr. Horrible Seite immer noch nicht erreichbar ist. Dann also doch Abendessen. Es gibt Curry-Bratwürstchen-Pfanne mit Reis.
× Hancock
Kann sich noch jemand an "Guess Who?" erinnern? Eine Komödie mit Ashton Kutcher der in diesem Kinofilm zum ersten mal mit seiner Freundin deren Eltern besucht. Allerdings hat Kutchers Freundin ihren Eltern verschwiegen, dass ihr neuer Freund ein Weißbrot ist, was ihr Vater (Bernie Mac) mal so gar nicht verstehen will. Das war einer dieser Filme, die man auch in fünf Minuten abhandeln konnte. Kannte man den Trailer, kannte man alles - zumindest alle guten Gags. Wieso ich das im Bezug auf den neuen Will Smith Streifen "Hancock" anführe ist schnell erklärt. Auch beim neuen Film von Peter Berg (Collataral, Very Bad Things, Friday Night Lights) musste man mit der Befürchtung ins Kino gehen, dass die Trailer schon alles waren.
"There are heroes… there are superheroes… and then there’s Hancock. With great power comes great responsibility – everyone knows that – everyone, that is, but Hancock."
Smith gibt den "Hancock", einen von Alkohol lebenden Obdachlosen, der über Superkräfte verfügt. Doch bei jedem Versuch diese Superkräfte für etwas Gutes zu nutzen, geht einiges zu Bruch. Nicht nur aufgrund von Millionenschweren Schäden bei seinen Rettungsversuchen, sondern auch aufgrund Hancocks "Ihr könnt mich alle mal" Attitüde ist er zum Anti-Superheld geworden. Erst als er einen gescheiterten PR-Berater (Jason Bateman) vor dem sicheren Tod rettet (und ein mittelschweres Zugunglück verursacht), erfährt er zum ersten mal so etwas wie Dankbarkeit. Und erhält außerdem die ungewollte Hilfe des Geretteten, der sich vor nimmt, das Image von Hancock grade zu rücken.
Ein ganz großes Manko ist die Kameraarbeit von Tobias Schliessler. Dabei ist doch derzeit das große Thema, dass Filme fürs Kino gemacht werden. Stattdessen zittert und wackelt und schwenkt die Kamera besonders in den ersten Filmminuten wild durch die Gegend, so dass einem beinahe schwindlig wird. Wenn man nicht weit hinten und in der Mitte des Kinos sitzt ist das kaum zu ertragen. Schlimmer als Blair Witch Project. Der Regisseur hat im Making-Of noch davon geschwärmt wie toll das ist, in dieser Art, anders als Andere, zu drehen. Offensichtlich werden Filme in den Köpfen der Regie und Kamera für den DVD Release und nicht für das Kinopublikum produziert.
Berg versteht es allerdings gut, einen Film zu verkaufen und dabei dessen Geheimnisse zu bewahren. Nachdem die erste halbe Stunde des Films zumeist aus Trailerszenen zusammengebaut ist und man fast schon damit rechnet, dass nun nichts mehr kommt, nimmt die Story richtig Fahrt auf. Bis zum Ende des dritten Aktes hat man den Storytwist ("Oh my god, now I know there is a twist!") aber sowas von überhaupt nicht auf dem Plan. Obwohl man wusste, dass noch etwas Großes kommen muss. Eine "The Sixth Sense"-Offenbarung kann man zwar nicht erwarten, aber es ist doch sehr überraschend. Bei Hollywood-Ware werde ich sonst nur selten überrascht.
7 von 10 Adlern für Hancock.
Web / Trailer
Wieso wird die Kritik am Einbürgerungstest im Augenblick so hochgeschaukelt? An vielen Stellen, ich verlinke hier den Test auf Welt.de, kann man den Einbürgerungstest ausprobieren. Abgesehen von ein paar Defiziten im Scheidungs- und Parteienrecht, kommt man da ohne weiteres mit mehr als 30 Punkten aus der Prüfung. Und wieviele Fragen können das aus etwas absurden Themenbereichen schon sein? 20 bis 30 Fragen sind möglicherweise nicht direkt für jeden zu beantworten. Deshalb muss aber doch keine Rede davon sein, den Test wieder abzuschaffen.
Dass sowas von mir kommt ist verwunderlich bis grotesk. Ich konnte mir schon in der Schule keine Datumsangaben zu Ereignissen merken (333 war bei Issus Keilerei. Ja, gut. Aber wer zum Henker ist Issus). Mit ein bisschen Verstand kann man sich aus den vorhandenen Antwortmöglichkeiten beispielsweise selbst das Datum der Reichskristallnacht ableiten, mit verschärften Vorgaben hätte ich dabei auch unglaublich alt ausgesehen.
Ich bin ja einer derjenigen, der sich den Kopf an der Wand platthaut, wenn im Fernsehen eine Redaktion in einer nicht näher spezifizierten Innenstadt unterwegs ist und die leichten Fragen nicht, von den morgens um 11 auf der Suche nach Alkohol/New Yorker/Dönerbude umherwandernden Unterschichten (Liebe Kinder, die Unterschicht gibt es, im Gegensatz zum Weihnachtsmann und dem Osterhasen, wirklich - nur bei Aliens sind wir immer noch ein bisschen unschlüssig), beantwortet bekommen. "Wieviele Bundesländer hat Deutschland?" ist eine der beliebten Fragen. Konnte ich auch beim ersten mal nicht einfach so beantworten. Bis 16 zählen ging allerdings noch. Man muss bei der ganzen Sache schließlich nicht schneller schießen als sein Schatten.
Andererseits habe ich auch mit manchen Menschen Probleme, weil sie irgendwie Angst davor haben, dass ich alles weiß. Tu ich nicht. Doch ich denke, dass gewisse Schlüsselworte bei mir wenig genutzte Hirnwindung anstoßen und schon tröpfelt es raus, das unnütze Wissen. Da hilft auch kein Alkohol, oder das repetitive Stirnplätten mit einem harten, stumpfen Gegenstand, wie einer Wand. Ich sollte mal ein paar Tage Urlaub nehmen und deutsches Fernsehen gucken, vielleicht hilft das. Oder mehr Alkohol. Oder beides.
Manchmal schießt Niels Ruf weit übers Ziel hinaus. Hin und wieder trifft er aber auch genau ins Schwarze und lässt durchblicken, wie gut er sich im Fernsehgeschäft auskennt. Seine Sendung läuft schon seit ein paar Wochen mit überraschend geringen Quoten im Samstag Spätprogramm von Sat 1.
Blond: Macht dich dieser Quotendruck auch so fertig?
Niels Ruf: Ah, Gegenfrage! Quotendruck, Erfolgsdruck, Kostendruck, Zeitdruck, und hin und wieder noch dieser alles überragende andere Druck - immer schön ist das nicht. In anderen Ländern sind die Quoten längst nicht mehr die einzige Währung.
Blond: Sondern?
Niels Ruf: Da stellt sich jeder sein eigenes Pay-TV-Bouquet zusammen. Dadurch haben auch abseitigere Formate für speziellere Zielgruppen eine Chance. Wie z.B. Alig G, Extras, The Office, Mad Men etc. Aber dafür haben wir ja den supertollen Tatort und die supersüße Veronica Ferres.
aus Blond Magazin 08/2008 in "Handy Hoch - Das SMS-Interview"
Ich mag England. Das wird in diesem Eintrag leider nicht in dem Maße klar, wie ich das eigentlich vor gehabt habe. Aber Milton Keynes passte irgendwie überhaupt nicht in mein Bild von England. In meinem Kopf sehe ich wohl überall die kleinen Cottages, engen Gassen und dieser wunderschöne Bauweise der schmalen Häuser, die einem jedes mal wieder - und selbst bei 25 Grad und ganz unbritischem Sonnenschein - das Gefühl geben, in einem Dickens Roman geschlittert zu sein. Oder in eine Muppet Adaption von "A Christmas Carol". Milton Keynes ist das leider alles nicht. Es ist eine Planstadt die mehrere Ortschaften miteinander verbindet und das sehr quadratisch. Quadratisch sind auch die modernen Prachtbauten aus Glas und Marmor des Stadtzentrums. Andernorts werden indes auf neue Gebäude mit Zentralheizung Schornsteinausgänge gesetzt, um den Charme Großbritanniens zu wahren. Nicht aber in Milton Keynes, einer mittelgroßen Stadt nördlich von London.
Vor zwei Wochen durfte ich beruflich erneut für ein paar Tage in den südlichen Staat des Vereinigten Königreichs. Aufgrund der Preise für Flüge nach London landete ich in Heathrow und nicht in Luton, was im Norden Londons und damit näher an Milton Keynes gelegen hätte. Stattdessen musste ich mit der Bahn noch ein ganzes Stück Englischer Wunderwelt durchfahren. Wenn ich etwas schon vor Jahren in London lieben gelernt habe, dann ist das in der Metropole mit der U-Bahn zu fahren. Entschuldigung, mit der Tube natürlich. Von Heathrow geht eine sehr moderne Schnellbahn Richtung London Paddington Station. Der klingt aber etwas putziger als er wirklich ist. Industrialisierungs-Chique trifft es wohl ganz gut. Trotzdem ist es dort etwas eng und unübersichtlich. Schnell gab ich englischen Reisenden Informationen über die Underground und wo sie hinzugehen hatten, nur um selbst meine Circle Line Richtung Euston Station (Aussprache fraglich) zu verpassen.
Vom wohl hässlichsten Londoner Bahnhof ging es gen Norden durch die Midlands nach Milton Keynes. Das Hotel liegt mitten im langweiligen aber modernen Stadtzentrum und ungefähr 700 Meter vom Bahnhof entfernt. Trotzdem nahm ich ein klassisches britisches Taxi, denn in einem dieser Fahrzeuge hatte ich bislang noch nicht gesessen. Hätte ich früher gewusst, wie viel Beinfreiheit man auf dem Rücksitz des Gefährts hat, hätte ich diesen Transport bestimmt schon früher ausprobiert. Die Konstruktion des Autos scheint wohl noch aus Zeiten zu stammen, in denen man mit riesigem Reisekoffer mit dem Zug durch Indien gefahren ist. Davon hätten locker drei auf den Rücksitz gepasst und noch zwei Personen mit einer ähnlichen Statur wie ich.
Im Hotel war alles wie gehabt (ich überlege übrigens im nächsten Jahr eine Rundreise durch Englands schönste Bed and Breakfasts zu unternehmen, schon alleine um einmal gemütlichere Hotels zu sehen - ganz zu schweigen von den Städten und Sehenswürdigkeiten). Ich mag nebenbei bemerkt diese TFT Computerbildschirme, über die man anscheinend in allen Englischen Hotels Fernsehen schauen muss überhaupt nicht. Wenn man im Bett liegt erkennt man nur die Hälfte und einen Fernseher der mehrere Sekunden zum Booten braucht, obwohl man sowieso nur die gängige Kanäle empfangen kann, ist doch reichlich over-the-top.
Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich am Mittwoch in Milton Keynes angekommen bin. Nicht irgendeinem Mittwoch, sondern am Türkei gegen Deutschland Mittwoch. Ich verfolgte also als Deutscher in einer Hotelbar in einer Englischen Stadt das Halbfinale der WM und war auch noch der einzige, der die Daumen für unser Team gedrückt hielt. Ich vermute, dass ich deshalb auf meinem Cheeseburger statt Käse eine Scheibe Schinken fand, auch wenn das den Ausgang des Spiels kaum beeinflussen konnte.
Glücklicherweise sollte diesem ersten Tag in Britannien einige Tage im England folgen, die ich viel mehr mit England in Verbindung bringe, als das was Milton Keynes repräsentiert. Spätestens als mir Mr. Darcy zugewunken hat, während ich in einem Sightseeing Bus durch die historische Altstadt von Bath gefahren bin, war ich in meiner romantischen Vorstellung von England angelangt. Dazu aber ein andermal.













08.07.2008 09:29
Die Videos sind der Hamme r oder? Besonders das mit den Händen.